Dienstag, 30. Dezember 2008

2009 Was für 'ne Sorte Zeit?

"So wollt Ihr mir Zeit verkaufen?"
"Zeit? Bloß so Zeit? Nein, mein Guter, das ist keine Teufelsware. Dafür verdienten wir nicht den Preis, dass das Ende uns gehöre. Was für 'ne Sorte Zeit, darauf kommts an! Große Zeit, tolle Zeit, ganz verteufelte Zeit, in der es hoch und überhoch hergeht, – und auch wieder ein bisschen miserabel natürlich, sogar tief miserabel, das gebe ich nicht nur zu, ich betone es sogar mit Stolz, denn so ist es ja recht und billig, so ists doch Künstlerart und -natur." (Thomas Mann, Doktor Faustus)





Im Jahr 2009 setzen wir das Projekt "Faden_Zeit" fort.

Zentral steht dieses Jahr die Rekonstruktion der Blumenuhr von Carl von Linné (1707 - 1778) an: Ein Jenazer Garten oder ein Stück Feld wird mit Blumen bepflanzt, deren Blüten sich zu ganz bestimmten Uhrzeiten öffnen und schliessen.


Vorbehaltlich Änderungen sind wir an folgenden Wochenenden in Jenaz:

10./11. Januar 2009
28. Februar/ 1. März 2009
4./ 5. April 2009
9./ 10. Mai 2009
12./ 13./ 14. Juni 2009

Für weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung

Valerian Maly & Klara Schilliger
Falkenhöheweg 15, CH - 3012 Bern
T/ +41 (0) 31 301 44 42; +41 (0)79 231 66 12
valerian.maly@gmx.ch

Die Künstler





Klara Schilliger & Valerian Maly
+41 (0)79 231 66 12


ihre Gastgeber:

Sara und Sami Bill
7233 Jenaz



Die beiden heute in Bern lebenden Künstler Klara Schilliger (*1953 in Sursee) und Valerian Maly (*1959 in Tübingen) arbeiten seit 1984 gemeinsam in den Bereichen Performance Art und Installation. Für einige spezifische Werke (meist mit direktem Einbezug des Publikums) verwenden sie neuerdings den Begriff der „InstallAction“.
Die intermediären Installationen und Performances sind oft – nicht ausschliesslich – ortsbezogene Interventionen, denen projektbezogene Recherchen vorausgehen.
So entwickeln sie in der Regel für jeden Aufführungsort oder Ausstellungsraum kontextbezogene Werke, die sich in bester Tradition in intermediären Bereichen gestalten; immer mittendrin und nie dazwischen.
Im Prättigau konnten sie auf Einladung von Peter Trachsel/ dieHasena – Institut (für) fliessenden Kunstverkehr – schon zwei Arbeiten realisieren. Zum einen drehten sie 1999 mit einer Schulklasse aus Pany und einer Klasse aus Köln das Video „Pany Streifen – Köln Streifen“ (die Kinder, ausgestattet mit einer High-End-Kamera, reichten – einem Staffenttenlauf gleich – die laufende Kamera weiter und filmten ihren Schulweg), zum anderen waren sie 2004 im Rahmen von „Fremde im Prättigau“ drei Wochen in der Gegend von St.Antönien mit ihrem Projekt „Mit fremden Federn schmücken“ unterwegs (ein Klavier wurde in seine Einzelteile zerlegt, und überall dort, wo sie auf ihren Wanderungen eine Vogelfeder fanden, tauschten sie diese mit einem Klavierhämmerchen, Klaviersaite oder Dämpfungsfilz aus). Klara Schilliger und Valerian Maly bewegen sich selbstverständlich zwischen den verschiedenen Genres der Künste, ohne aber vermeintlich verlockender multimedialer Überfrachtung zu verfallen: „Es gilt einen Standort zu finden inmitten der Turbulenzen der Werte, aus denen Kunst entspringt.“ (Harold Rosenberg, The Tradition of the New, N.Y. 1960)

Nun sind wir gespannt und angespannt zugleich; gespannt, weil jeder fremde Ort viel Neues, Unbekanntes birgt, das es zu entdecken gilt, angespannt andererseits aber auch ob der Leere, gibt es doch noch keine greifbare Idee, keinen „Auftrag“, nichts wirklich Fassbares. Fernab kunstbetrieblicher Hektik kommen wesentliche Fragen auf: Braucht es Kunst – besonders hier – überhaupt, braucht es „künstlerische Interventionen“, kann nicht alles selbstgenügsam (ver)bleiben? Reflektionen, nach Innen, nach Aussen. Was wir nicht haben, auch nicht wollen: Mit einer vorgefertigten Idee im Gepäck ankommen, diese an Ort und Stelle ausführen, dem Ort überstülpen – eine Zwangsbeglückung oder Ortsmöblierung mit Kunst. Vielmehr möchten wir aus den situativen Gegebenheiten schöpfen, um daraus eine Idee wachsen zu lassen... „Nee die Ideen“... (vorwärts und rückwärts zu lesen...)„Die Leere“ – so der Philosoph Martin Heidegger in seinem Essay Die Kunst und der Raum – „ist mit dem Eigentümlichen des Ortes verschwistert und darum kein Fehlen, sondern ein Hervorbringen. Wiederum kann uns die Sprache einen Wink geben. Im Zeitwort „leeren“ spricht das „Lesen“ im ursprünglichen Sinne des Versammelns, das im Ort waltet. Das Glas leeren heisst: es als das Fassende in sein Freigewordenes versammeln. Die aufgelesenen Früchte in einen Korb leeren heisst: ihnen diesen Korb bereiten. Die Leere ist nicht nichts. Sie ist auch kein Mangel. In der plastischen Verkörperung spielt die Leere in der Weise des suchend-entwerfenden Stiftens von Orten.“
Klara Schilliger und Valerian Maly, Jenaz 06.04.08

Mittwoch, 15. Oktober 2008

Traubenzeit

Jenaz_26.–28.09.08_Präsentation_Apéro

Bei spätsommerlichem Wetter (oder ist nun doch schon Herbst?) hängen wir die Kleinplakate für den Apéro an die paar über die Gemeinde verstreuten Anschlagbretter. Einmal sind sie an einem Schuppen, ein ander Mal direkt an Hauswände montiert. Übersät mit Heftklammern, Reisnägeln und kleinsten Papierfetzen künden die verwitterten Bretter von vergangenen Veranstaltungen. Hier findet sich der Seniorennachmittag neben der Ankündigung für das Dorftheater, die Pragger Buramusik hängt neben einem Plakat mit böse drein blickenden Männern in Leder- und Nierenkluft der Heavy-Metal Band Judas Priest (dass es die noch gibt, die gabs ja schon in den 70ern!!!). Vereinzelt finden sich aber auch Vermisstanzeigen von weggelaufenen Büsis oder halbgewerbliche Angebote von Landmaschinen. Ein Biker-Club plant eine zweitägige Pässefahrt und wir planen den Apéro, an dem wir die Bevölkerung über unser Vorhaben informieren wollen.

Auf unserem Spaziergang durchs Dorf stellen wir fest, dass vom ausgelegten Faden bis auf ein paar Fragmente nicht mehr viel zu finden ist. Obwohl wir vom Gemeindepräsidenten Urban Mathis informiert worden waren, dass unser Projekt nicht von allen Gemeindemitgliedern in gleichem Masse geschätzt wird, sind wir nun doch etwas irritiert. Wir sind froh, inzwischen die Gewissheit zu haben, dass der ausgelegte Faden keinerlei Risiko für Vieh und Wild darstellt. Laut Auskunft der Wiederkäuerklinik Bern fressen Kühe zwar unselektiv, der Faden werde aber mit Sicherheit beim malmen brechen. Und Dr. Brosi, Leiter des Amtes für Jagd und Fischerei Graubünden schätzt das Risiko für das Wild oder auch für Kleintiere als äusserst gering ein. Es käme schon mal vor, dass die Tiere mit Abzäunungsbändern spielen (dieses seien allerdings aus Plastik und daher reissfest), sich darin verhaspeln, er sieht aber bei dem Wollfaden nun wirklich keine Bedenken, wichtig sei einfach, dass der Faden locker ausgelegt, also nicht gespannt sei. Wir stellen uns vor, wie jemand den Faden aufgewickelt haben muss und halten schmunzelnd Ausschau nach dem ersten Paar blutrot gestrickter Socken. Um 11 Uhr haben wir uns mit Herrn Pfarrer Hesse verabredet, um uns und unsere Arbeit vorzustellen. Es ergibt sich ein angeregtes und interessantes Gespräch. Wir erfahren, warum die Kirche ausserhalb des Dorfes liegt, vermutlich eine sehr frühe Einsiedelei, erfahren aber auch, dass in Jenaz die Kirchgänger nicht mehr sehr zahlreich sind, die Gewohnheiten hätten sich eben geändert, unsere Generation fahre lieber an den Gardasee oder habe andere Verpflichtungen. Wir bitten Pfarrer Hesse, den Apéro in der Kirche anzukündigen, wozu er gerne bereit ist.  

Am Samstag arbeiten wir im alten Schulhaus und bereiten unsere Präsentation vor. Wiederum sind wir angetan von der Ruhe und der Atmosphäre, die das Schulzimmer ausstrahlt. Wir legen Bildmaterial und Texte zum Thema „Faden_Zeit“ aus und präsentieren das „Jenazer Taschentuch“ und unsere Edition mit Anteilschein zum roten Faden. Im Auftrag der Gemeinde kaufen wir Wein, Käse und Brot. Das verschafft uns auch Einblick in einen imposanten Käsekeller: Im „Schlössli“ - einem städtisch anmutenden Palais inmitten stattlicher Strickhäuser - wird in den Kellergewölben, hinter dicken Mauern Käse von den Jenazer Alpen Alpnova und Larein gelagert. Frau Luzi führt uns durch die Gewölbe, erklärt uns die verschiedenen Reifestadien der Käse und erzählt vom Haus und dessen Erbauer.

Am Sonntag nun ist es soweit. Die Fenster werden noch mit Transparentfolien beklebt, auf denen sich Wörter wie „Zeitkappe“, „Fadenzähler“ und „Zeitirrlicht“ vor die Landschaftsausschnitte schieben. Der Um Viertel nach elf treffen die ersten BewohnerInnen von Jenaz im alten Schulhaus ein. Nach einer kurzen Einführung – wie immer schweifen wir auch ab – erläutern wir unsere „Faden_Zeit“, unsere verschiedenen Vorhaben. Auffallend, besonders in dieser Jahreszeit, sind ja in Jenaz die üppigen und liebevoll gepflegten Gärten. Und so planen wir ab nächstem Jahr auch einen gärtnerischen Beitrag zu leisten, in dem wir eine Rekonstruktion von Carl von Linnés Blumenuhr in einem Jenazer Garten anlegen. Am Öffnen und Schliessen der Blüten verschiedener Blumen nämlich kann man die Tageszeit ablesen: Sandmohn, Reiherschnabel, Sommeradonis, Ackergauchheil, aber auch Ringelblume, Habichtskraut, Zaunwinde und Pfingstnelke sind Zeitanzeiger. 

Wir erläutern aber auch, woher der Begriff des „roten Faden“ stammt (als eine Art Markierung wurden in die Seile der britischen Marine rote Fäden eingedreht) und berichten von unserem Plan, ein Hochseetau der Werft in Szczecin (PL) nach Marseille, also vom baltischen Meer ans Mittelmeer zu transportieren, und wir eventuell eine Station mit dem Tau in Jenaz einplanen. Auch haben wir durch einen glücklichen Zufall vier Tage zuvor an der Preisverleihung für Peter Trachsel einen Gewährsmann kennengelernt, der uns beredt Auskunft geben konnte über den Frachter, der den Namen der Gemeinde Jenaz trägt: „Maersk Jenaz – Sailed from Auckland Australia on September 14 with destination Balboa (Panama Canal) where she is expected to arrive September 29. The ship is presently in navigation in the South Pacific Ocean at about one day of navigation time until she will be passing between South of Galapagos and Equator. She is loaded with 1089 containers out of which 7 are empty and 360 are refrigerated. 21 crew members + 2 cadets on board. Master: Captain José Luis Schaefli, born 1960, swiss national, residing in Argentinia“. 

Diese erste offizielle Begegnung mit der Bevölkerung war – wie wir finden – eine sehr schöne Zusammenkunft. Vieles wurde erst jetzt greifbar, und zur Erheiterung trug dann auch Urban Mathis mit launigen Worten bei – ihm gefalle das Projekt, gäbe es doch genug und auch Amüsantes zu reden.  

Mittwoch, 24. September 2008

Apéro "einfädeln - ausfädeln"



Einladung zum Apéro

 

Sonntag, 28. September, 11.15 Uhr

im alten Schulhaus Jenaz

 

Die beiden in Jenaz tätigen Künstler Klara Schilliger und Valerian Maly informieren über den aktuellen Stand ihres Projektes „Faden_Zeit“ für das Museum in Bewegung.

 

Auch präsentieren sie ihre erste Edition, das „Jenazer Taschentuch“ zum Teilprojekt „einfädeln – ausfädeln“.

 

Für das gleichnamige Projekt mit dem roten Faden können Anteilscheine erworben werden.


1 Schaf ≈ 3 KG Wolle ≈ 5 KM Garn ≈ CHF 150.-  

Donnerstag, 14. August 2008

AGENDA SEPTEMBER





aus einer früheren Arbeit im Prättigau:
fremd bin ich eingezogen fremd ziehe ich wieder aus















Wir sind wieder in Jenaz anzutreffen vom 25.-28. September 2008. 
Für eine Begegnung rufen sie uns an: 079 2316612

Dienstag, 12. August 2008

z' Fade schlo

Jenaz_070808_080808

Heute reisen wir ins Prättigau, um den roten Faden von der Wollspinnerei Vetsch aus in die Landschaft zu legen. Aus dem bergseitigen Fenster der Produktionshalle lassen wir uns von Christoph Vetsch die erste Fadenspule reichen. Ein denkwürdiger Moment, wird doch dieser rote Faden nicht nur den von uns abgeschrittenen Wegrändern entlang liegen, sondern hier in ein paar Jahren auch wieder – vom anderen Ende her – mit der Produktionshalle verknüpft.  Das Abrollen des Fadens evoziert eine uns unbekannte neue Art des Gehens. Der Faden zwingt zu einer bisher nicht erfahrenen Langsamkeit. Die Körperhaltung, durch das Fadenabnehmen von der Rolle, ist eine neue – eigentlich geht man fast seitwärts dabei. Man schaut auf den Boden, nimmt Details wahr, rollt den Faden nicht einfach nur aus, sondern platziert ihn ganz bewusst am Wegrand, zwischen Grashalme, hinter einen Zaun, an eine Böschung. Eine gänzlich neue Wahrnehmung stellt sich ein. Quarzhaltiges Gestein mit kristallinen Formen glitzert am Wegrand, distelartige Pflanzen, Früchte am Boden, Beeren an Sträuchern, Falter flattern auf den roten Faden und fahren ihre Saugrüsselchen aus. Im Müleggitobel hört man zwar das Rumpeln des nahen Kieswerkes, der visuelle Eindruck aber versetzt uns in Stimmung von Wildnis, hochgeschossenes Grün, ein Stück Wald, das noch nicht oder nicht mehr kultiviert, genutzt wird. Das Handy klingelt und gleichzeitig erblickt Klara auf Kopfhöhe im hochgeschossenen Grün einen alten roten Faden! Erklärbar ist das nicht. 

Wir brechen ab, als wir an eine offene Weide kommen: was passiert, wenn die Kühe den Faden fressen? Wir wissen es nicht, wir wollen jeden Schaden verhindern. Wir werden das abklären. Auf dem Weg zurück zum alten Schulhaus von Jenaz, unserem „Basislager“, wo die Wolle eingelagert ist, legen wir noch ein Stück Faden aus und werden prompt von einem vorbeifahrenden Passanten gefragt, was das denn soll mit dem roten Faden... das Gespräch ist eröffnet! Nach unseren Ausführungen zeigt sich ein verstohlenes, ja schelmisches Lachen im Gesicht. 

Im Schulzimmer erwarten wir bald Besuch: Peter Trachsel ist heute mit Flurin Camenisch, der als Gutachter des Verbandes der Museen der Schweiz waltet, in den bisherigen Räumen für die Kunst, dem Museum in Bewegung unterwegs - es geht um die Anerkennung und Aufnahme in das Register der Schweizer Museen. Ihm, sowie Urban Mathis (Gemeindepräsident von Jenaz) und Christian Gerber (Stiftungsrat dieHasena) erläutern wir unser Projekt „Faden-Zeit“ - ein work in progress, von dem es bisher nicht sehr viel Sichtbares gibt, aber einiges an Konzeptuellem schon „z’Fade gschlage“ ist.

Am kommenden Tag arbeiten wir in unserem Schulzimmer und entwerfen das „Jenazer Taschentuch“: Auf ihm werden alle bekannten Wege (übertragen von der Landkarte 1:25000) sowie einige „Trampelpfade“ der Gemeinde Jenaz eingestickt sein. Nun geht es an die technische Realisation – kein einfaches Unterfangen.








Montag, 7. Juli 2008

Blutrot

Jenaz_070708


Heute wird das Garn gefärbt. Blutrot. Der "Rote Faden" entsteht im Dampf vor unseren Augen und der beschlagenen Linse. Im Dampf auch drehen sich die Gedanken um die nächsten Schritte: Wie und wo legen wir den Faden aus. Wie kommunizieren wir das? Kommunizieren wir das überhaupt? Wie aber dann weiter mit den Anteilscheinen? Ein Eindruck verfestigt sich, der Faden soll uns die nächsten Jahre begleiten, auf den Wegen, den offiziellen und den inoffiziellen. Von Zeit zu Zeit legen wir den Faden aus, auf Strassen, Wanderwegen, Katzen. und Trampelpfaden er taucht auf und verschwindet wieder einfädeln - ausfädeln. Wer möchte, kann uns begleiten, uns seinen Weg, seine Winkel und Pfade, auf dem grossen Gemeindegebiet von Jenaz zeigen. 

Zwei Begriffe sind Ausgangspunkt unserer Interventionen und Recherchen, „Zeit“ und „Faden“ –„Faden_Zeit“ der übergeordnete Titel.  Der rote Faden ist ein Teilprojekt im Hintergrund, das jetzt zwar im Vordergrund steht, für uns aber als so etwas wie Diskussionsgrundlage und als Kommunikationsmedium zur Bevölkerung dienen soll. Andere Teilprojekte zu den Begriffen „Zeit“ und „Faden“ sind in Planung, wie beispielsweise die Rekonstruktion von Carl von Linné’s Blumenuhr in einem Jenazer Garten (unter dem Begriff Blumenuhr versteht man die Zeitbestimmung anhand der geöffneten Blüten unterschiedlicher Pflanzenarten, wie es in der Chronobiologie untersucht wird - eine praktische Anwendung von Naturbeobachtungen, die heute unter dem Begriff Phänologie zusammengefasst werden). Und im erweiterten Sinne des Fadens wird uns das Seil beschäftigen. Da ist das Hochseetau aus Szczecin (PL), mit dem wir gearbeitet haben, das nun, auf seinem Weg quer durch Europa, von der baltischen See ans Mittelmeer, möglicherweise auch in Jenaz Station machen wird. Darin eingedreht findet sich auch der rote Faden, ursprünglich eine Seilmarkierung der englischen Marine. Da ist aber auch das in Pragg-Jenaz ansässige Unternehmen Seiljob, das Spezialaufträge am Seil, Schweiss- und Metallarbeiten  ausführt. Und es gibt eine Gruppe von Frauen, die das Handwerk des Klöppelns in „unserem“ Schulzimmer im alten Schulhaus Jenaz pflegen. Alles mögliche Anknüpfungspunkte (schon wieder die Fadenmetaphorik in der Sprache)Der rote Faden wird nun also fertig gestellt, eine Partie wurde schon vorab gefärbt und wird morgen in unser Schulzimmer geliefert werden. Dort werden wir auch den Gemeindepräsidenten Urban Mathis treffen.